Die Projektkoordination von LaNeMo SH, die Syrische Gemeinde in S-H e.V. und der Deutsch-Ukrainische Verein in S-H e.V. haben sich am 26.11.2025 mit drei Fraueninitiativen getroffen, die sich regelmäßig in sogenannten Safer Spaces treffen:
- die Initiative „Frauen zusammen“ ist eine Gruppe von afghanischen Frauen, die sich zwei Mal im Monat in Elmshorn trifft. Bis zu 35 Teilnehmerinnen kommen zusammen, um sich auszutauschen, gemeinsam Veranstaltungen, Workshops und Bewegungsaktivitäten zu planen und durchzuführen und sich gegenseitig zu empowern.
- eine Initiative in Kiel, bestehend aus 43 somalischen Frauen, wird vom Projekt Teil haben – Teil werden des Frauenwerks der Nordkirche unterstützt und trifft sich ein- bis zweimal wöchentlich. Die Teilnehmerinnen helfen sich gegenseitig beim Verständnis von Behördenpost, bei der Arbeits- und Wohnungssuche sowie beim Deutschlernen. Zudem organisieren sie Workshops und nehmen gemeinsam Teil an Sitzungen mit verschiedenen Akteur*innen, Fachtagen und Fortbildungen teil. Aufgrund der hohen Nachfrage kann sich die Initiative perspektivisch auch eine Vereinsgründung vorstellen.
- die Initiative „Frauenförderung“ richtet sich an persische Frauen. Zweimal im Monat kommen bis zu 85 Teilnehmerinnen in Kiel zusammen, um interkulturellen Aktivitäten nachzugehen, sich auszutauschen und gemeinsam Veranstaltungen oder Workshops etwa zu Themen wie Gewalt gegen Frauen zu organisieren. Auch hier gehören gemeinsame Bewegungsangebote fest zum Programm.
Ziel des Austauschs war es, die wertvolle Arbeit dieser Gruppen sichtbar zu machen – Arbeit, die größtenteils ehrenamtlich und teilweise mit wenigen hauptamtlichen Stunden geleistet wird. Sie ist für Frauen in Elmshorn sowie an zwei Standorten in Kiel von zentraler Bedeutung. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs waren die Wünsche der Initiativen, sich drei- bis viermal im Jahr zu gemeinsamen Treffen oder Veranstaltungen zusammenzufinden, sowie Fragen nach Lösungen für Räumlichkeiten, der Finanzierung und eine mögliche Kooperation mit LaNeMo SH.
Der Austausch machte deutlich, vor welchen strukturellen Herausforderungen Fraueninitiativen häufig stehen. Neben begrenzten personellen Ressourcen und der langfristigen Sicherung von Finanzierungsmöglichkeiten stellt insbesondere die Frage nach geeigneten, verlässlichen Räumlichkeiten eine große Belastung dar. Auch die drei besuchten Initiativen sind davon betroffen: Zwar stehen ihnen aktuell noch kostenfreie Räume zur Verfügung, diese werden jedoch zum Jahresende wegfallen, da das Projekt „Teil haben – Teil werden“ ausläuft. Ohne geeignete Treffpunkte geraten sowohl die bestehenden Angebote als auch die gewachsenen Netzwerke und Empowerment-Strukturen in Gefahr.
Die Gesprächsrunde zeigte damit eindrücklich, wie wesentlich stabile Rahmenbedingungen – insbesondere gesicherte Räume – für die nachhaltige Arbeit von Fraueninitiativen sind. Fraueninitiativen wie diese drei bilden einen zentralen Anker für Gemeinschaft, Partizipation und Empowerment. Sie fördern soziale Teilhabe, stärken Selbstbewusstsein und schaffen Schutz- und Begegnungsräume, die in vielen Lebenssituationen unverzichtbar sind.
