Wir haben uns sehr gefreut, dass wir in der letzten Woche die Gelegenheit hatten, ausführlich mit Catharina Nies – Landtagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen in S-H – Fragen rund um die Beteiligung und Sichtbarkeit von Migrant*innenselbstorganisationen (MSO) in der Landespolitik zu sprechen.
Fast zwei Stunden haben wir offen und konstruktiv diskutiert – warum gab es in Schleswig-Holstein, anders als in anderen Bundesländern – bisher kein landesweites Netzwerk von MSO? Wie lief die bisherige Zusammenarbeit von Landespolitik und Vereinen und wie können wir in der Zukunft noch besser für gleichberechtigte Teilhabe im Land aktiv werden? Denn eine zentrale Frage unserer Arbeit ist es, wie wir es erreichen können, dass die Menschen, um die es bei den immerwährenden Migrationsdebatten geht, diese Debatten endlich mit ihren Perspektiven und ihrer Expertise einnehmen und umformen können. Weiter haben wir uns darüber ausgetauscht, welche Strategien es braucht, damit MSO die Gesellschaft in ihrer Breite – also auch jenseits des Themas Migration/Integration – mitgestalten und prägen können: z.B. in Bezug auf Bildung, Arbeitsmarkt, Jugendarbeit, Ehrenamt. Es ist längst an der Zeit, dass rassismuskritische und interkulturelle Perspektiven selbstverständlich in den Regelstrukturen mitgedacht und berücksichtigt werden.
Wir sind froh, dass wir auf die Unterstützung von Catharina Nies dabei zählen können, dass die spezifische Perspektive von MSOs auch in der Ehrenamtspolitik noch stärker mitgedacht wird, Vereine nicht nur Unterstützung bei der Gründung, sondern auch bei der Beantragung von Fördermitteln erhalten und die Expertise und der Selbstvertretungsanspruch von MSOs in politischen Prozessen stärker berücksichtigt werden!
