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„Sichtbar werden, Stimme erheben, mitmischen – 3 Jahre LaNeMo SH. Jetzt erst recht!“– LaNeMo SH Abschlussveranstaltung am 04.05.2026

| Netzwerkkonferenz

Unter dem Motto „Sichtbar werden, Stimme erheben, mitmischen – 3 Jahre LaNeMo SH. Jetzt erst recht!“ fand am 04. Mai 2026 die Abschlussveranstaltung des Projekts LaNeMo SH im Musiculum in Kiel statt. Vertreter*innen aus Migrant*innenorganisationen, Politik, Verwaltung, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um auf drei Jahre Projektarbeit zurückzublicken, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsam den Blick nach vorne zu richten. Die wunderbare Alexandra Antwi-Bosiako führte das Publikum auf humorvolle und inhaltlich pointierte Weise durch das Programm, das mit ein paar knappen Grußworten begann:

Elisabeth Kirndörfer, Projektleitung von LaNeMo SH beim Paritätischen Schleswig-Holstein, sprach in ihrer Begrüßung über die zunehmenden Herausforderungen für migrantische Zivilgesellschaft und betonte zugleich die Bedeutung von Zuversicht und solidarischem Zusammenhalt:

Das heutige Motto ,Jetzt erst recht‘ verstehen wir als eine kraftvolle Beschwörung der Zuversicht in Anbetracht einer sehr brisanten gesellschaftlichen Gesamtwetterlage.“

Auch Michael Saitner, Geschäftsführer des Paritätischen Schleswig-Holstein, fand deutliche Worte zur aktuellen politischen Lage. Er kritisierte Kürzungen und zunehmende Angriffe auf demokratische und migrantische Strukturen und machte zugleich deutlich, wie wichtig langfristige Unterstützung für zivilgesellschaftliches Engagement ist. 

Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, machte in seinem Grußwort auf die schwierigen Rahmenbedingungen vieler migrantischer Organisationen aufmerksam. Gerade kleinere Vereine stünden zunehmend unter Druck, obwohl sie tagtäglich unverzichtbare Integrations- und Demokratiearbeit leisten. Umso wichtiger seien verlässliche Förderstrukturen und politische Unterstützung.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Mini-Impuls von Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung. In ihrem Beitrag sprach sie über die Bedeutung migrantischer Selbstorganisationen und betonte, dass Migrant*innenorganisationen keine homogene Gruppe repräsentieren müssten, sondern gerade ihre Vielfalt ihre Stärke sei.

„Wir sind vielfältig und das ist gut so, der politischen Ausrichtung bis hin zur Religion, bis hin zu den unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen, die wir für diese Gesellschaft haben.“

Im anschließenden Gespräch mit Sonja Klüver, Lokale Vernetzerin des LaNeMo SH ging es unter anderem um politische Teilhabe, das geplante Integrations- und Teilhabegesetz Schleswig-Holsteins sowie die Rolle migrantischer Organisationen in gesellschaftlichen Debatten. Aminata Touré unterstrich dabei die Bedeutung früher Teilhabe, etwa im Bildungsbereich, sowie die Notwendigkeit, migrantische Perspektiven in allen politischen Themenfeldern mitzudenken – weit über klassische „Migrationsthemen“ hinaus.

Besonders eindrücklich war ihr Appell an migrantische Communities, sich sichtbar zu organisieren und politische Räume selbstbewusst einzunehmen:

„Es ist so viel angenehmer, politische Debatten zu führen, wenn die Leute, die betroffen sind, nicht im Raum sind.“

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde auf drei Jahre LaNeMo SH zurückgeblickt. In dem kurzen Film, den die lokale Vernetzerin Emma von der Lieth vom Neumünster Medien e.V. aus Aufnahmen aus der bisherigen Projektlaufzeit zusammengestellt hat, wurde deutlich, wie viel wertvolle Arbeit durch das Projekt ermöglicht wurde. Rosana Trautrims, lokale Vernetzerin von den Wüstenblumen in Rendsburg beschrieb, wie durch LaNeMo neue politische Kontakte, stärkere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung entstanden seien: 

„Wir sind immer noch Wüstenblumen. Nur blühen wir jetzt gemeinsam und lauter.“ 

Auch Akbar Borran, lokaler Vernetzer vom Deutsch-Afghanischen Kulturverein machte deutlich, wie vielfältig die Auswirkungen des Projekts in den Regionen seien – von Sprachcafés, Frauenräumen und Beratungsangeboten bis hin zu kulturellen Projekten und neuen Kooperationen zwischen Vereinen. Sonja Klüver betonte abschließend die übergeordnete Bedeutung des Netzwerks: 

„Gemeinsam zeigen wir Haltung. Gemeinsam machen wir sichtbar. Und gemeinsam erheben wir die Stimme.“

Die Vorstellung des Gründungsprozess von Oleg Pavlov, lokaler Vernetzer des Deutsch-Ukrainischen Verein in Schleswig-Holstein – Rozmova e.V. und Liza Hagemann, inhaltliche Netzwerkkoordination bei der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. machte deutlich, dass die Vorbereitung zur Gründung des Landesnetzwerk als eigenständiger Verein auf Hochtouren laufen. Der Prozess ist dabei weiterhin offen für Vertreter*innen aus Migrant*innenorganisationen oder Initiativen aus Schleswig-Holstein – weitere Infos dazu gibt es hier.

Die anschließende Podiumsdiskussion, die von Mahmoud Abu Lahem, lokaler Vernetzer der Syrischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, moderiert wurde, brachte starke Stimmen aus migrantischen Dachverbänden aus ganz Deutschland zusammen. So war das Podium mit Eter Hachmann (LaSMO Sachsen & Vorstandsvorsitzende von DaMOst), Dr. Elizabeth Beloe (Vorsitzende des Bundesverband NeMo e.V.), Séverine Jean (Referentin der Geschäftsführung amfn e.V. – Arbeitsgemeinschaft Migrant*innen und Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.) und Dr. Elisabeth Kirndörfer (Projektleitung LaNeMo SH) mit vier tollen Persönlichkeiten besetzt, die das Thema „Schlusslicht Schleswig-Holstein – Warum der echte Norden jetzt ein Landesnetzwerk braucht“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, aber immer wertvollen Beiträgen diskutiert haben. 

Neben den Bühnenprogrammpunkten bot die Veranstaltung viel Raum für Austausch, Vernetzung und Begegnung. Bei der Mini-Messe präsentierten sich zahlreiche Vereine und Initiativen aus Schleswig-Holstein mit ihren Projekten und Angeboten. Die Veranstaltung wurde zudem durch ein Graphic Recording von Nina Schumann wunderbar visuell dokumentiert.

Wir danken der Ministerin Touré und allen Gästen herzlich für ihr zahlreiches Erscheinen. Ein besonderer Dank gilt auch dem musiculum Kiel für die hervorragende Unterstützung und der Dream Cakery für das tolle Catering. 

Fotos: Fenja Harde, Sozialministerium SH
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